Ein Garten in Norddeutschland

(: Wissenswertes und Interessantes rund um die Rose :)
Das Rosennetzwerk
Das Rosennetzwerk

home
Was ist neu?
Katalog
Rosen - Weingart
unser Garten
Rundgang
Gartenplan
Pflanzen im Garten
Rosen im Garten
Flora
Pflanzenporträts
Rund um Rosen
sonstiges ...
Bauerngarten
Aussaat Gemüse
Aussaat Einjährige
Pflanzenschutz
Gartenräume
Dekoratives & Nützliches
interessant....
Gartenbücher
Links
Gartenfreude
Geselligkeit
Lust oder Frust
Kontakt
Mail
Impressum


Die Geschichte oder Geschichten der Rose

Wie sehr die Rose schon seit dem Altertum bewundert und geschätzt wurde, spiegelt sich in der Mythologie der Völker in zahlreichen Legenden und Sagen über die Entstehung und Herkunft der Rose wieder.

Die Rose steht als Symbol für verschiedene Götter, findet Verwendung in religiösen Gebräuchen, ist später auf zahlreichen Bildern der alten holländischen und italienischen Meister zu finden, ihr wird in vielen Liedern und Gedichten gehuldigt, mit besonderer Vorliebe hat man die Rose in der Heraldik verwendet, so enthielt z. B. Luthers Siegel eine Rose.
Die Rose wurde gar zu einem moralischen Symbol: ein Sinnbild des Vollkommenen, das sich nur durch Überwinden der "Dornen" erlangen lässt. Die fünf Blütenblätter standen für die fünf Sinne, die es auf dem Weg zur ewigen Seligkeit zu bezwingen gilt.
Sie gilt als Blume der Liebe und des Lebensgenusses, aber auch als Blume des Todes. König Marke lässt auf Tristans Grab eine Rose pflanzen, auf Isoldes eine Weinrebe, die Ranken beider schlingen sich ineinander als Symbol der ewigen Liebe, aber auch als Zeichen der Trauer. Es ist das schnelle Dahinwelken, das die Rose zum Symbol des Sterbens und des Todes macht. Hebbel sagt in einem Gedicht:

"Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
sie war, als ob sie bluten könne, rot;
da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
so weit im Leben ist zu nah am Tod."


Der griechische Dichter Anakreon nannte die Rose: "Ehre und Zauber der Blumen, die Lust und Sorge des Frühlings, die Wollust der Götter." Einer seiner Schüler schrieb später: "Die Rose ist der Erdgeborenen Wonne, jedes Dichters Lustgedanke, der Musen Lieblingsblume." Goethe nannte sie "das Vollkommenste, das die Erde in unserem Klima hervorgebracht hat."

Alte Mythen erzählen uns viele Geschichten über die Entstehung der Rose:
Sind sie ein Überbleibsel des ersten Morgenrots auf Erden, sind sie zugleich mit Aphrodite aus dem Meeresschaum entstanden, oder von der Göttin Flora - Schutzherrin der Gärtner und Gärten - erschaffen? Entstammen sie dem Blut des Adonis oder entstanden weiße Rosen aus den Blut- und Schweißtropfen des Propheten Mohammed?

Die Farbe der roten Rosen führte die Mythologie auch auf das Blut der Nachtigall zurück, das sich durch eine stürmische Umarmung auf die weiße Rose übertrug. Ein anderer Mythos besagt, dass sich die Göttin Aphrodite an den Stacheln der weißen Rose verletzte und sie mit ihrem Blut rot färbte. Besonders weiße Rosen gelten seit dem Altertum als ein Symbol für Verschwiegenheit. Die Protestanten betrachteten nicht die Maria, sondern Jesus Christus als Rose. Schon in der Antike betrachteten die Menschen rote Rosen als ein Zeichen der Jugendfrische, der Freude und vor allem der Liebe. Ihr Reiz ist bis in die heutige Zeit ungebrochen. Auch moderne Männer verschenken Rosen oder Rosensträuße gern zu besonderen Anlässen, meist als Ausdruck ihrer Verehrung oder tiefen Liebe, z. B. zum Muttertag oder zum Geburtstag der Liebsten. Bei Hochzeiten gehören Rosen zu den bevorzugten Blumen für einen Brautstrauß. Dafür werden meist Rosen in Pastellfarben gewählt, oft aber auch weiße oder champagnerfarbene. Beim Blumen bestellen zur Hochzeit wird man mit dem Floristen besprechen, welche Rosen sich am besten eignen und mit welchen anderen Blumen oder Blättern sie am schönsten zur Geltung kommen.

Es ist bis heute nicht gelungen, die Urheimat der Rose zweifelsfrei zu benennen. Einen Abdruck von Laubblättern fand man in Colorado in Paläolithikumformationen; bestachelte Zweige und eine Knospe wurden in Pflanzenresten in einer Tertiärformation gefunden - dies lässt zumindest vermuten, dass Rosen schon auf der Erde blühten, als es den Homo sapiens noch gar nicht gab.

Welches die erste Wildrose war, ist nicht bekannt, als älteste Kulturform kann die Centifolie angesehen werden.
Die ersten Rosengärten sollen zwischen Euphrat und Tigris entstanden sein. Aus dem Land der Sumerer stammt auch die älteste Abbildung: auf einer Tontafel, deren Alter auf mindestens 4000 Jahre geschätzt wird, ist eine Rose abgebildet.
Der Engländer Leonard Woolley fand in den Königsgräbern von Uruk (300 km südlich von Bagdad) Aufzeichnungen, wonach König Sargon (2684-2630 v.Chr.) von einem Kriegszug Weinstöcke, Feigen und Rosen als Teil seiner Eroberungen mitgebracht hat.

Nach Herodot haben die Babylonier die Rosenkultur von den Persern übernommen. Der Geschichtsschreiber erwähnt auch Rosengärten des Königs Midas von Phrygien, um den sich viele Sagen ranken.

Midas habe eine 60-blättrige Rose mit nach Mazedonien gebracht, schreibt Herodot, die an Wohlgeruch alle anderen übertraf. Theophrast berichtet 400 Jahre später von 100-blättrigen Rosen.
Theodor Nietner knüpft in seinem 1880 erschienenen Buch "Die Rose" daran die Vermutung, dass es sich um die echte Centifolie handelte, die in der Gegend von Mazedonien wuchs.

Berühmt sind auch Rosengärten aus der Zeit der Sassaniden in Schiras, die Hafis (Mohammed Schams ed-Din, 1326 bis 1390) besingt:

Dass die Rose dir zum Beispiel werde!
Sonne, Tau und süßen Wind
vom Osten allen Glanz und alles Glück
der Erde
weiß sie frei und unbesorgt
zu kosten.
Des Propheten Weisheit
braucht sie nicht:
Denn sie lebt ja so,
wie jener spricht.


Den ersten Hinweis auf Rosen in Ägypten geben Hieroglyphen aus der Zeit Ramses II. (1348 - 1281 v.Chr.)
Aus den Schriften Homers geht hervor, dass die Rose sich schon etwa 800 v.Chr. einer großen Wertschätzung erfreute.
Sappho, die griechische Lyrikerin, prägte den Begriff "Königin der Blumen" schon 600 v.Chr.

Wie ein jungfräulich Erröten
zieht es durch die Lauben hin:
Oh, die Rose! - Ach die Rose
ist der Blumen Königin ...

Konfuzius berichtet im Jahre 500 v.Chr. von den Rosengärten in Peking; auch verweist er auf umfangreiche Schriften über Rosen in den kaiserlichen Bibliotheken; aus dieser Zeit sind auch Seiden- und Porzellanmalereien mit Rosen bekannt. Es wird vermutet, dass schon um 2500 v.Chr. Rosen in Chinas Gärten kultiviert wurden. Der Ursprung der öfterblühenden Rosen liegt in China.

Im alten Griechenland war die Rose das Symbol der Liebe, Anmut und Lebensfreude, sie war Aphrodite und Dionysos geweiht. Tempel, Götterbilder, heimkehrende Sieger wurden mit Rosen geschmückt, der "lechzende Schatten", der Tod, wurde mit Rosen als Grabbeigabe besänftigt, auch heute fehlt auf kaum einem hellenistischen Grabstein die Rose.
Den Rosen wurden geheime Kräfte zugesprochen: Homer berichtet in der Ilias, dass der Schild Achills mit Rosen geschmückt war, als er mit Hector vor den Mauern Trojas zum Zweikampf antrat. (Zwar soll der Helm des Hector auch mit Rosen verziert worden sein, aber für ihn endete der Kampf bekanntlich tödlich.....) Homer gab Eos, der Göttin der Morgenröte, das Epitheton ""rosenfingrige", nach den rosenfarbenen, vom Aufgangspunkt der Sonne radial emporsteigenden Streifen.
An welche Rosenart Homer dachte, als er die Farbe von Rosenblüten mit der Morgenröte verglich, ist unbekannt. Fresko Eine Rose ist auf einem Fresko im Palast des Minos auf Kreta zu sehen. Das Fresko stammt wahrscheinlich aus dem 17.Jh. v.Chr. und stellt - nach unterschiedlichen Quellen in der Literatur - eine Rosa richardii oder eine Form von Rosa gallica dar, es wird vermutet, dass auf einigen Inseln im Mittelmeerraum Formen von R. gallica in großen Mengen wild wuchsen.

Münze Die Insel Rhodos erhielt ihren Namen nach dem griechischen Wort für Rose, große Rosenfelder bedeckten Teile der Insel, die Handelsleute und Seefahrer der Insel machten die Rose zu ihrem Symbol auf den Münzen.
Bild:
Münze aus Rhodos um 400 v.Chr. mit stilisierter Rosenknospe

Kultur und Anbau der Rose müssen zu damaliger Zeit schon einen recht bedeutenden Umfang gehabt haben, Vergil erwähnt und lobt schon die zweimalblühende Rose.

Mit griechischen Seefahrern kam die Rose in das heutige Italien, wo sie bald einen wahren Kult und Rausch auslöste.
Horaz bemängelte schon den Umstand, dass durch den Anbau von Rosen viel Land verloren ginge; Theophrast und Plinius haben Beschreibungen für die Anzucht von Rosen aus Samen und aus Stecklingen verfasst, Seneca berichtet von einem Verfahren, wie man in Räumen Rosen durch eine Warmwasserbehandlung zum frühzeitigen Blühen bekommt.

Einige Bräuche aus Griechenland wurden auch in Rom übernommen, so die Ehrung von heimkehrenden Kriegern mit Rosenkränzen: Die Eroberer Karthagos durften fortan eine Rose in ihrem Wappen führen.

Zunächst entstanden zahlreiche private Rosengärten, die später dann immer mehr ausgebaut und bewusster gepflegt wurden: "Rosetum" (oder auch "Rosarium") nannten die Römer einen solchen repräsentativen Rosengärten. Im Zusammenhang mit der Entstehung dieser "Roseta" stieg der Verbrauch von Rosenblütenblättern rapide an:

Man nahm die Mahlzeiten auf Blütenblättern sitzend ein, Speisen und Wein wurden damit parfümiert, Gäste wurden "auf Rosen gebettet", bei kaiserlichen Gelagen regnete es Blütenblätter von den Decken, Schiffsladungen von Rosen wurden aus ägypten und Rhodos importiert, da die Eigenproduktion trotz aller Bemühungen nicht ausreichte. Es herrschte schon Nahrungsmittelknappheit, was Martial (103 n. Chr.) als Anlass zu dem Spruch: "Sendet uns Korn, Ihr ägypter, wir werden euch Rosen dafür schicken" diente.
Bei einer der legendären Feierlichkeiten des Nero sollen Gäste in dem Rosenregen erstickt sein.
Die Rose wurde zum Sinnbild des Luxus und der Sinnlichkeit; angeblich hat Kleopatra Mark Anton in einem Raum, der "ellenhoch" mit Rosenblättern gefüllt war, verführt.
Mit dem Verfall des Römischen Reiches wandelte sich das Sinnbild der Rose, sie stand nun für Lasterhaftigkeit und Dekadenz.

Bei den Germanen galt die heimische Heckenrose (Rosa canina) als ein Symbol des Feuers; eine einzelne Rosenblüte war ein Sinnbild des Todes, zugleich aber auch das Sinnbild der weiterlebenden Seele nach dem Tode.
Die Heckenrose war der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht. Schlafapfel Rosenäpfel - durch die Gallwespe verursachte Wucherungen - legte man Kleinkindern als Schlafmittel unter den Kopf.

Bei Leichenverbrennungen musste unbedingt auch Rosenholz verwendet werden, um der Seele ein Hinübergleiten zu ermöglichen.

Sowohl bei den Ägyptern wie auch bei den Griechen und Römern galt die weiße Rose als Siegel der Verschwiegenheit, sie war Harpokrates, dem Hüter des Schweigens, geweiht.
Bei Versammlungen wurde eine weiße Rose über den Anwesenden aufgehängt, um diese daran zu erinnern, dass das Gehörte nicht weitergetragen werden soll. Darauf ist die Redewendung "sub rosa dictum" (das unter der Rose gesagte) zurückzuführen.
Verbindet man die übernächsten Kelchblätter einer Rosenknospe miteinander, dann erhält man einen Drudenfuß, ein Pentagramm, ein seit Urzeiten bekanntes Symbol für die Verschwiegenheit, vielleicht in Anlehnung an die "Verschwiegenheit der Natur", denn vieles in der Natur ist fünfeckig, eben ein Pentagramm.

Die christliche Kirche tat sich zunächst schwer mit der Übernahme der Rose in die Symbolik, im 6. Jh. jedoch erhob sie die Rose zum Symbol des Leidens und kurz darauf sogar zum Sinnbild der Reinheit.
Die Rose war so stark in den Menschen als Sinnbild verankert, dass der Klerus sie nicht leugnen konnte und die Rose, wie viele andere Dinge der heidnischen Religionen auch, in die christliche Mythologie mit einbeziehen musste.
Die heilige Eulalia, eine spanische Märtyrerin des 3. Jahrhunderts, mochte angeblich den Duft der Rosen ebenso wenig wie Juwelen und andere weltliche Freuden.
Im Mittelalter wurde die Rose zum Symbol der Reinheit der Jungfrau Maria, aber auch für Sittlichkeit und als Zeichen der Vergebung durch Christus.
Noch vor den Malern entdeckten die Baumeister und Steinmetze die Geometrie und Aussagekraft der Rosen als "Rosa mystica". Es entstanden rasch und in großer Vielfalt nach Westen zeigenden Rosettenfenster (Fensterrosen) in romanischen und gotischen Domen, unter denen die Marienverehrung stattfand, nach Osten hin stand das Kreuz des Erlösers.
Steinerne Rosen wurden an Kirchtürmen angebracht, als Zeichen dafür, dass sich das menschliche Leben im Jenseits erst wirklich entfaltet. Rosenkranz Spätestens seit 1208 war die Rose in der christlichen Religion etabliert, der heilige Dominikus führte die Rosenkränze ein.
Angeblich war es Maria selbst, die den hl. Dominikus in einer Vision die richtige Handhabung des Rosenkranz lehrte. Es gibt viele Bilder, auf denen die Gottesmutter dem Heiligen einen Rosenkranz überreicht.

Viele christliche Legenden nehmen Bezug auf die Rose, so auch die der Elisabeth von Thüringen: Ludwig, von seiner Umgebung gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt, trat seiner Frau, die mit einem brotgefüllten Deckelkorb die Burg herab stieg, mit der Frage entgegen: "Was trägst du da?", er deckte den Korb auf, sah aber nichts als Rosen.

Nach dem Verfall des Römischen Reiches wurden Rosen hauptsächlich in Klostergärten für medizinische Zwecke kultiviert.
Das Fruchtfleisch und die Samen werden getrennt genutzt, die Kerne gebrauchte man bei Harngrieß und Nierensteinen.
Das Fruchtfleisch wird zu Tee genommen oder auch unvermischt angewendet bei Katarrhen, Keuchhusten, Harnleiden, Darmbeschwerden und akuten Entzündungen der Nieren oder des Nierenbeckens.
Aus dem Fruchtfleisch bereitete man unter Zuhilfenahme von Weinhefe einen Obstwein, der recht süß ist, des weiteren Hagebuttenmus.
Da man in den Überresten der Pfahlbauten am Bodensee Hagebuttenkerne gefunden hat, kann man davon ausgehen, dass die Hagebutte den Menschen schon seit sehr langer Zeit zumindest als Nahrungsmittel bekannt ist.
Hagebutten enthalten viel Vitamin C und auch Vitamin K.

Sehr alt ist auch die Verwendung von Rosenblüten als Duftspender.
Die Blüten mehrere Arten, vor allem von R. damascena "Trigintipetala", enthalten ein duftendes Öl, das sich destillieren lässt. Im Altertum vermischte man die Rosenblütenblätter direkt mit Öl, dies Verfahren nennt man "Enfleurage" und es wird heute zwar nicht mehr bei den Rosen aber z.B. bei Philadelphus angewandt.
Die Blütenblätter wurden auch mit Honig, Wein und Essig vermischt.
Rosenwein, Rosenhonig und Rosenessig dienten nicht nur dem Geschmack, sondern wurden auch in der Schönheitspflege, als Heilmittel bei Nerven und Augenentzündungen verwendet.

Heute wird Rosenöl durch Destillation gewonnen - ein Verfahren, welches wahrscheinlich schon im Ursprungsland der Rosenkultur erfunden wurde, bekannt ist darüber allerdings sehr wenig.
Bekannt hingegen ist, dass es im 8. und 9.Jh. in der persischen Provinz Farsistan riesige Felder mit Rosen gab, die allein der Ölgewinnung dienten. Ebenso kann belegt werden, dass in der ersten Hälfte des 9.Jh. jährlich 30000 Flaschen destilliertes Rosenwasser nach Bagdad geschickt und von dort in alle Welt exportiert wurde. Hauptabnehmer waren China, Indien, Arabien, Nordafrika und Spanien.

Um 1700 begann man in Bulgarien mit dem Anbau von Rosen, einer Form von Rosa damascena, zur Ölgewinnung - auch heute noch gilt Bulgarien als der größte Produzent von Rosenöl, angeblich werden dort auf 6000 ha Rosen angebaut, ein ha bringt ca. 4000 kg Blütenblätter und aus diesen wird ca. 1 kg reines Rosenöl gewonnen.
Weitere Anbauflächen gibt es in Südfrankreich und Marokko, dort wird allerdings Rosa centifolia angebaut.
Es gibt ganz unterschiedliche Duftnoten bei den angebauten Rosen, da der Gehalt der drei Hauptkomponenten ständig schwankt - je nach Tageszeit, nach Witterung, nach Anbaugebiet.

Schon Dioskurides erwähnt, dass Rosenöl verfälscht, mit minderwertigen Substanzen gestreckt und verschnitten wird.
Heute lässt sich Rosenöl auch künstlich herstellen und ist kaum vom echten Öl zu unterscheiden, da es auch aus Pflanzen gewonnen wird. Man löst dazu die Hauptbestandteile des echten Rosenöls aus Pflanzen, die eine höhere Konzentration der Stoffe Geraniol und Citronellol enthalten, und vermischt diese mit Phenyläthylalkohol.

Wahrscheinlich geht es gar nicht ohne die "künstliche" Herstellung dieses Duftes, denn das Verlangen, Wohlgerüche um sich zu verbreiten, scheint dem Menschen angeboren zu sein - ein sogenanntes Urphänomen, wie Goethe meint. Im "Fernöstlichen Diwan" schreibt er:

Dir mit Wohlgeruch zu kosen,
deine Freuden zu erhöhn
knospend müssen tausend Rosen
erst in Gluten untergehn.

Aus den Klostergärten heraus fand die Rose auch einen Platz in den Gärten der Bevölkerung, durch die Wanderungen der Völker im Altertum waren schon sehr unterschiedliche Wildrosen nach Europa gekommen, wahrscheinlich kamen Rosa moschata und Rosa lutea sowie Rosa damascena aus Persien, aus Kleinasien die Rosa centifolia, Rosa indica und Rosa banksiae wurden von den Chinesen und Japanern kultiviert, diese beiden Rosen kamen erst verhältnismäßig spät durch Forschungsreisende nach Europa.
Je mehr der Warenaustausch unter den Völkern zunahm, desto schneller ging auch die Verbreitung der Rose voran.
Der Siegeszug der Rose begann von Ost nach West, durch die in Europa erfolgten Züchtungen kehrte sich dieser Weg bald um.
Die Stadt Rouen hatte schon im 14. Jh. große Bedeutung für die Rosenzucht, auch fanden dort Feste vergleichbar der Römerzeit statt.
Im 16. und 17. Jh kam noch Montpellier als ein Zentrum der Rosenzucht hinzu, ebenso wie die Umgebung von Paris.
In Brie-Compe-Robert waren 90 Rosenzüchter ansässig, die weit über eine Million Rosensträucher pflegten.
Auch fanden regelmäßig Rosenschauen statt, bei der die besten Neuheiten preisgekrönt wurden. Bei einer dieser Ausstellungen wurden 6000 Pflanzen einer der ältesten Remontant-Rosen, nämlich der Rose "du Roi" auf einem Beet ausgepflanzt.
"Du Roi" wurde 1812 im Garten von St. Cloud gezüchtet.
Frankreich war in Europa zwar federführend im Bereich der Rosenzucht, aber auch in Deutschland, England, Belgien und Holland waren in der Mitte des 19.Jh eine Anzahl Rosenzüchter aktiv.
Von Rosa canina soll es mehrere Hundert Unterarten geben, von denen ein großer Teil in Deutschland heimisch ist.
Wenn man einmal von den Sagen und Legenden als Beweis für den Anbau von Rosen absieht, so ist das "Capitulare de villis et curtis imperialibus" die einzige Quelle über den Anbau von Rosen in Gärten. Es wird sich dabei keineswegs um heimische Wildrosen gehandelt haben, aber woher die Arten und Sorten stammten, ist nicht belegt.
Das nächste zuverlässige Zeugnis über die Anpflanzung von Rosen stammt aus dem Jahre 1250: der Bischof von Regensburg, Albertus Magnus, Graf von Bollstädt, beschreibt dort außer R. canina, R. centifolia, R.arvensis auch die "Schottische Zaunrose" R. rubiginosa, deren Heimat Mittel- und Südeuropa ist.
1588 beschreibt Joachim Cammerarius, ein Botaniker aus Nürnberg, schon 8 verschiedene Rosen, und um 1640 nennt Casper Bauhin, ein Hochschullehrer aus Basel, immerhin schon 36 Arten.

Fortsetzung folgt